Schweizer Berg-Meisterschaft Ayent–Anzère: Faustini und Bollhalder die grossen Sieger

Automobil Revue | 29.07.2026

Nach dem ersten Lauf im Regen roch es beim Bergrennen Ayent-Anzère nach einer Überraschung. Doch mit zwei makellosen Fahrten im Trockenen stellte Robin Faustini die Hierarchie bei den Sportwagen wieder her. Bei den Tourenwagen feierte Hermann Bollhalder einen souveränen Premierensieg.

Bollhalder Eichenberger

Hermann Bollhalder, Opel Speedster

Nach dem ersten Rennlauf schien ein Walliser Heimsieg möglich. Lokalmatador Victor Darbellay setzte im 2-Liter-Nova NP01 in 1:38,691 Minuten die Bestmarke und nahm selbst dem zweimaligen Schweizer Bergmeister Robin Faustini 2,6 Sekunden ab. Auch Lionel Ryter überzeugte im Regen. Im Formel Renault fuhr der Walliser auf Gesamtrang fünf und liess sogar Marcel Steiner im Nova NP01 hinter sich.

Mit dem Wetterwechsel wendete sich jedoch das Blatt. Ab dem zweiten Lauf herrschten trockene Bedingungen – und damit schlug die Stunde von Seriengewinner Faustini.

Ganz problemlos verlief sein Tag allerdings nicht. Nach dem Rückstand aus Lauf eins durfte er sich keinen Fehler erlauben, Rückkehrer Joël Volluz machte zusätzlich Druck und zudem bereitete das Emap-Triebwerk Sorgen. «Ab einer bestimmten Temperatur fehlte Leistung. Ich musste absolut am Limit fahren», erklärte Faustini.

Faustini Eichenberger

Robin Faustini, Nova NP01

Mit Laufzeiten von 1:23,9 und 1:23,4 Minuten sicherte sich der Aargauer seinen 19. Gesamtsieg in Folge.

Volluz kam mit einer Bestzeit von 1:24,9 Minuten nicht mehr heran, freute sich nach kurzfristiger Motorrevision aber über Rang zwei.

Darbellay behauptete trotz der stärkeren Dreiliter-Konkurrenz den dritten Platz und stellte gleichzeitig einen neuen Klassenrekord bei den Zweiliter-Sportwagen auf. Lediglich sechs Zehntelsekunden fehlten ihm auf Volluz.

Auch Marcel Steiner steigerte sich nach dem verpatzten Regenlauf deutlich und belegte Rang vier. «Im Nassen war ich zu vorsichtig. Nachmittags war es besser, aber mir fehlt noch Vertrauen», sagte der Berner. Michel Zemp komplettierte als Fünfter die Top 5.

Joël Volluz im Norma M20 FC und Victor Darbellay, Nova NP01

Ryter wurde Gesamtsechster und schnellster Formelpilot. Mit 1:31,2 Minuten verbesserte er den Klassenrekord von Joël Burgermeister aus dem Jahr 2022 um fast eine Sekunde.

Dahinter folgten Ursanne Salomon, Jean-Jacques Maitre, Roland Bossy und Fabrice Jolidon. Ebenfalls einen Klassenrekord stellte Samuel Métroz im Formel Arcobaleno auf.

Bollhalder nutzt die Gunst der Stunde

Bei den Tourenwagen überschlugen sich die Ereignisse. Favorit Roger Schnellmann musste seinen Mitsubishi Evo 8 nach einem erneuten Defekt an der Antriebswelle bereits nach dem ersten Rennlauf abstellen.

Noch schwerer traf es Meisterschaftsleader Bruno Sawatzki. Der Porsche-Pilot kam im Regen beim «Bus Stop» von der Strecke ab und schied nach einem heftigen Einschlag aus. «Ich war dort einfach einen Tick zu schnell», gestand Sawatzki.

Davon profitierte Hermann Bollhalder. Der Wattwiler war als einziger Tourenwagenfahrer zweimal unter 1:40 Minuten unterwegs und feierte im Opel Speedster seinen ersten nationalen Tourenwagen-Tagessieg. Mit 1:38,944 Minuten stellte er zudem einen neuen Klassenrekord auf.

Fischer Wigger

Remo Fischer, Ford Escort Cosworth

Remo Fischer belegte im spektakulären Ford Escort Cosworth Rang zwei der Tourenwagenwertung und verpasste die 1:40-Minuten-Marke nur um eine Zehntelsekunde.

Ludovic Monnier gewann mit neuem Klassenrekord die E1 bis 2 Liter vor Sébastien Coquoz und Fabien Houlmann.

Monnier Cornevaux

Ludovic Monnier, VW Golf

Neuer Leader der Tourenwagen-Meisterschaft ist Stephan Burri. Der Scirocco-Pilot gewann die Interswiss-Wertung souverän vor Arnaud Donzé. Im Regen hatte noch Dominic von Rotz im Audi A4 geführt, doch auf trockener Strecke drehte Burri das Klassement.

Auch Sergio Kuhn wahrte mit einem weiteren Sieg in der TCR seine Titelchancen. Nur drei Punkte trennen ihn von Burri.

Kuhn Eichenberger

Sergio Kuhn, Peugeot 308

Berg-Pokal und Junioren

Im Schweizer Berg-Pokal kristallisieren sich mit Monnier und Burri zwei Titelanwärter heraus. Neu auf Rang drei liegt Hans-Peter Eller, während Andreas Helm wegen der geringen Teilnehmerzahl in seiner Klasse nur halbe Punkte erhielt. Thomas Zürcher fiel nach einem Unfall im zweiten Lauf entscheidend zurück. Den Sieg im Renault Classic Cup holte Beat Rohr.

Bei den Junioren führt Alessandro Grispino nach einem weiteren Klassensieg vor Steven Chiquita und Hugo Mascaro.

In der regionalen Kategorie entschied ein Wimpernschlag über den Tagessieg. Mattia Stacci (BMW M3 E30) setzte sich in der Addition der beiden Läufe um lediglich vier Tausendstelsekunden gegen Patrick Jakober (VW Golf) durch. Rang drei ging an Michael Meneghel, ebenfalls auf VW Golf

Text: Auto-Sport Schweiz

Stacchi REG Eichenberger

Mattia Stacci, BMW M3 E30

Schweizer Bergmeisterschaft
Klassensieger Ayent–Anzère 2026

KlasseSieger (Fahrzeug)
SuperSérie Comp. bis 3000 cm³Patric Kuster (Toyota GR Yaris)
SuperSérie Comp. bis 3500 cm³Pierre Mürner (Porsche GT3)
Gr. H MonoplaceFrédéric Fleury (Martini MK52)
Gr. H bis 1600 cm³Valentin Nicolet (Citroën Saxo VTS)
Gr. H bis 2000 cm³Luca Moinat (Opel Kadett)
Gr. H bis 3000 cm³Alain Pfefferlé (Porsche 911 RSR)
Gr. H Classic bis 2000 cm³Joël Pitteloud (Opel Astra)
N/ISN/R1Vincent Gabbud (Honda Integra)
A/ISA/R2/R3 bis 1600 cm³Jonathan Droz (Peugeot 208)
A/ISA/R2/R3 bis 2000 cm³Alessandro Grispino (Renault Clio)
RC3Xavier Craviolini (Renault Clio)
TCRSergio Kuhn (Peugeot 308)
PSA Gr. NHanspeter Thöni (Peugeot 106)
PSA Gr. ARamon Hänggi (Citroën Saxo VTS)
RCC (Clio 2)Jürg Brunner (Renault Clio 2)
RCC (Clio 3)Beat Rohr (Renault Clio 3)
E1 bis 1400 cm³Vincent Regard (Suzuki Swift GTI)
E1 bis 1600 cm³Hans-Peter Eller (Opel Kadett C)
E1 bis 2000 cm³Ludovic Monnier (VW Golf Rallye)
E1 bis 2500 cm³Jonas Magnin (Honda Civic)
E1 bis 3000 cm³Hermann Bollhalder (Opel Speedster)
E1 bis 3500 cm³Julien Lonfat (Mitsubishi Colt Evo)
E1 über 3500 cm³Remo Fischer (Ford Escort Cosworth)
IS bis 1400 cm³Andreas Helm (VW Polo)
IS bis 1600 cm³Werner Rohr (Toyota Corolla AE86)
IS bis 2000 cm³Stephan Burri (VW Scirocco)
IS bis 2500 cm³Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30)
IS bis 3500 cm³Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro)
CN bis 2000 cm³Xavier Vermeille (Norma M20F)
E2-SilhouetteVincent Caro (TracKing RC01B)
E2-SS bis 1600 cm³Samuel Métroz (Formel Arcobaleno)
E2-SS bis 2000 cm³Lionel Ryter (Formel Renault)
E2-SS bis 3000 cm³Roland Bossy (Tatuus F3-T318)
E2-SC bis 1000 cm³Michaël Rollat (Spire GT3)
E2-SC bis 2000 cm³Victor Darbellay (Nova NP01)
E2-SC bis 3000 cm³Robin Faustini (Nova NP01)

Fotos: Corneveaux, Eichenberger, Wigger

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