Schweizer Berg-Meisterschaft: Monnier Meister und Berg-Pokal-Sieger

Automobil Revue | 21.09.2026

Ludovic Monnier hat geschafft, was vor ihm bereits Danny Krieg gelungen ist: Der gebürtige Waadtländer gewann mit dem weissen VW Golf Turbo die Schweizer Berg-Meisterschaft bei den Tourenwagen und den Schweizer Berg-Pokal.

Monnier Eichenberger

Ludovic Monnier

Monnier hatte Kriegs Meisterauto aus der Saison 2025 nicht zum Spass gekauft. Der im Wallis wohnhafte 34-Jährige wusste, dass der Golf das Potenzial für den Titel besitzt. Viel hat er am Auto nicht verändert, am Motor schon gar nichts. Warum auch? Bereits Krieg hatte damit 2025 starke Zeiten gefahren. Monnier legte in der zweiten Saisonhälfte nochmals zu.

Beim Saisonfinale in Les Paccots war er in der Addition der beiden schnellsten Zeiten mit 1:55,875 Minuten gleich 3.3 Sekunden schneller als Kriegs Bestzeit aus dem Vorjahr. Damit holte sich Monnier den angepeilten E1-Sieg und die entscheidenden 25 Punkte für den Meistertitel. Hermann Bollhalder, der in Les Paccots erstmals an den Start ging, kam im Opel auf 1:58.920 Minuten und damit auf Rang 2.

Bollhalder Eichenberger

Hermann Bollhalder

«Ein schönes Gefühl», sagte Monnier. Schliesslich habe er auch hart dafür arbeiten müssen. Und Vorbesitzer Danny Krieg liess ausrichten: «Gratulation an Ludovic! Ich freue mich, dass er mit meinem Ex-Auto den Titel geholt hat. Irgendwie macht mich das auch stolz.»

Nur einen Punkt hinter Monnier beendete «Speedmaster» die Tourenwagen-Meisterschaft auf Rang 2. Der Teamchef von MB Motorsport hatte seinen Ford Escort für Les Paccots von der E1 in die Interswiss umteilen lassen. Dort stellte er bereits im ersten Lauf mit 58,723 Sekunden einen neuen IS-Rekord auf und sicherte sich mit dem Klassensieg 27 Punkte.

Monnier Faustini Eichenberger

Ludovic Monnier, Robin Faustini

Für den Titel reichte das nicht mehr. «Ich bin mehr als glücklich und habe mich selten so für einen anderen gefreut wie für Ludovic», sagte «Speedmaster». Er kenne Monnier seit dessen vierter Lebensjahr, damals sei er noch gegen dessen Vater gefahren.

Auch im Tagesklassement war «Speedmaster» als Gesamtachter zweitbester Tourenwagenfahrer hinter Monnier.

Kuhn Cornevaux

Sergio Kuhn

Kuhn verdrängt Burri

Um Rang 3 der Tourenwagen-Meisterschaft blieb es bis zum letzten Rennlauf spannend. Stephan Burri konnte aus eigener Kraft kein besseres IS-Ergebnis mehr einfahren und musste sich hinter «Speedmaster», Jean-Paul Chiquita im Porsche GT3 und Dominic von Rotz im Allrad-Audi A4 mit Rang 4 begnügen.

Damit rückte Sergio Kuhn im TCR-Peugeot in den Fokus. Der Zürcher musste dafür allerdings seine TCR-Konkurrenten hinter sich lassen. Nach zwei Läufen lag Peter Steck im Opel noch 0,171 Sekunden vor Kuhn. Im letzten Durchgang drehte Kuhn das Klassement und sicherte sich genügend Punkte, um Burri trotz dessen neuem 2-Liter-IS-Rekord noch zu überholen. Am Ende trennten die beiden gerade einmal 0.5 Punkte.

Damit lautet die Reihenfolge in der Tourenwagen-Meisterschaft 2026: Monnier vor «Speedmaster», Kuhn, Burri und Bollhalder.

Burri Cornevaux

Stephan Burri

Nicht mehr eingreifen konnte Remo Fischer mit seinem E1-Ford-Cosworth. Der Sieger des Slaloms von Bière hätte Monnier noch gefährlich werden können, doch im zweiten Trainingslauf von Les Paccots brach die Schaltgabel. Trotz rasch beschafftem Ersatzteil lief das Getriebe am Renntag nicht zuverlässig, weshalb Fischer auf den Start verzichten musste.

Ein Trost blieb Stephan Burri: Im Berg-Pokal für Fahrzeuge bis 2 Liter Hubraum belegte er hinter Monnier Rang 2. Beide kamen auf das Punktemaximum. Weil Monnier im SCRATCH die besseren Resultate vorweisen kann, ging auch dieser Titel nach Monthey. Damit wiederholte er Kriegs Doppelerfolg aus dem Vorjahr. Rang 3 im Berg-Pokal ging an Hans-Peter Eller im Opel Kadett C.

Volluz Eichenberger

Joël Volluz

Faustini mit sechs Saisonsiegen

Den Tagessieg in Les Paccots holte sich Robin Faustini im Nova-Emap NP01. Der Aargauer stand bereits vor dem Finale als Meister fest und liess es zum Saisonabschluss noch einmal krachen: Alle drei Läufe absolvierte er in weniger als 48.3 Sekunden. Der sechste Saisonsieg im siebten Rennen war damit ungefährdet.

Auf Rang 2 folgte Joël Volluz im Norma-Judd M20 FC, in der Addition der beiden schnellsten Zeiten 2.8 Sekunden hinter Faustini. Michel Zemp wurde im Norma-Helftec Dritter, knapp eine Sekunde hinter Volluz.

Zemp Eichenberger

Michel Zemp

Zemp hatte den Vize-Meistertitel bereits vor dem Finale sicher. «Zwei Mal hintereinander mit einem Zweiliter-Auto Zweiter in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu werden, ist sicher kein schlechtes Zeugnis», sagte er. «Ich bin zufrieden mit meiner Saison. Hätte mir jemand den Vize-Titel vor der Saison angeboten, ich hätte ihn genommen.»

Die weiteren Top-5-Plätze im SCRATCH gingen an Simon Hugentobler im Osella PA30 und Antonino Scolaro im Nova NP03. Bester Formel-Pilot war Lilian Bittel auf Rang 12.

Die Top 5 der Rennwagen-Meisterschaft: Faustini vor Zemp, Steiner, Darbellay und Volluz.

Bei den REGionalen setzte sich in Les Paccots Mattia Stacchi im BMW M3 E30 vor Emanuele Tognacca im VW Golf und Michaël Béring im Bery ES7 durch.

Text: Auto Sport Schweiz

Stacchi Eichenberger

Mattia Stacchi

Die Schweizer Klassensieger in Les Paccots

KlasseSiegerFahrzeug
SuperSérieSylvain ChariatteHonda Integra
SuperSérie Comp. bis 3000 cm3Patric KusterToyota GR Yaris
SuperSérie Comp. über 3000 cm3Pierre MürnerPorsche GT3 992
Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3Markus BranderMarch 742
Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3Maurice GirardBMW 320
Gr. H Tourenwagen bis 2500 cm3Julien TornayBMW 325i
Klassische Fahrzeuge bis 2000 cm3Robin TerrierOpel Astra
Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3Jean-Louis FleuryOpel Ascona B
PSA Trophy NHanspeter ThöniPeugeot 106
PSA Trophy ARamon HänggiCitroën Saxo
N/ISNNicolas PascheRenault Clio II
A/ISAThomas RueschHonda Civic
TCRSergio KuhnPeugeot 308
E1 bis 1600 cm3Hans-Peter EllerOpel Kadett C
E1 bis 2000 cm3Ludovic MonnierVW Golf Rally
E1 bis 2500 cm3Jonas MagninHonda Civic
E1 bis 3000 cm3Hermann BollhalderOpel Speedster
E1 bis 3500 cm3Bruno IannielloLancia Delta S4
E1 bis 4000 cm3Christoph ZwahlenPorsche 911
E1 über 4000 cm3Anthony StrahmPorsche 944
E1 bis 1400 cm3Andreas HelmVW Polo
IS bis 1600 cm3Christophe OulevayVW Scirocco
IS bis 2000 cm3Stephan BurriVW Scirocco
IS bis 2500 cm3Ferdi WaldvogelBMW M3 E30
E1 über 2500 cm3SpeedmasterFord Escort
CNJesse HandschinNorma M20 FC
E2-SS bis 1150 cm3Guillaume SchaffnerFormel Arcobaleno
E2-SS bis 2000 cm3Lilian BittelFormel Renault
E2-SS bis 3000 cm3Hans PfeutiTatuus F4
E2-SC bis 2000 cm3Michel ZempNorma M20 FC
E2-SC bis 3000 cm3Robin FaustiniNova NP01

Fotos: Corneveaux, Eichberger

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