Schweizer Rallye-Meisterschaft: Wieder Coppens? Oder gibt’s eine Überraschung?
Automobil Revue | 27.05.2026
Nach zwei Monaten Pause geht die Schweizer Rallye-Meisterschaft in die zweite Runde. Ab Freitag steht mit der Rallye du Chablais ein Klassiker auf dem Programm – mit dabei auch die amtierenden Schweizer Rallye-Meister Mike Coppens/Christophe Roux.
François Delecour/Fabrice Gordon
Die schlechte Nachricht vorweg: Jonathan Hirschi wird nicht am Start der 22. Ausgabe der Rallye du Chablais sein. Der Schweizer Rallye-Meister von 2022 und 2023 und Führende des Gesamtklassements muss aufgrund eines Unfalls bei der Rallye d’Antibes-Côte d’Azur auf den zweiten Schweizer Meisterschaftslauf verzichten.
Damit steht also bereits vor dem zweiten Lauf fest, dass Hirschi seine Ambitionen auf den dritten SM-Titel, wenn er welche hatte, hinten anstellen muss und es beim zweiten Lauf einen neuen Sieger gibt. Dieser könnte durchaus Mike Coppens heissen. Der amtierende Schweizer Rallye-Meister gibt am Wochenende seinen Einstand in der diesjährigen Meisterschaft. Zusammen mit seinem Co-Piloten Christophe Roux peilt er bei einer seiner Lieblingsrallyes den dritten SM-Sieg in Folge an.
Mike Coppens und Christophe Roux
Im Vorjahr wurde der 47-jährige Walliser nur von Rallye-Legende Sébastien Loeb bezwungen. Dieser fuhr jedoch «ausser Konkurrenz». Ähnliches könnte auch dieses Jahr passieren. Denn Coppens geht nicht mit der #1 ins Rennen. Diese ist für den Belgier Grégoire Munster, der mit luxemburgischer Lizenz fährt, reserviert. Der ehemalige offizielle M-Sport-Ford-Pilot zählte in den vergangenen zwei Jahren zu den Top-10-Piloten in der WRC und wird bei seiner Premiere in der Schweiz ganz bestimmt nicht nur auf «Ankommen» fahren…
Skoda-Pilot Coppens, der seine letzte Rallye im Oktober 2025 absolvierte, hat bei der zur FIA-Rallye-Europameisterschaft (FIA ERT) zählenden Rallye du Chablais aber auch «intern» namhafte Konkurrenz.
Yoan Loeffler/Aurélien Chiapello, Gesamtzweite im Vorjahr, Thibault Maret/Louis Louka, Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz, Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny, Pascal Perroud/Charlène Greppin, Ismaël Vuistiner/Florine Kummer, Florian Gonon/Frédéric Hugon sowie Jérémie Toedtli/Alexandre Chioso werden es dem zweimaligen Schweizer Rallye-Meister sicher nicht leicht machen.
Vor allem Maret, der auf diese Saison von einem Skoda Fabia auf einen Citroën C3 Rally2 gewechselt hat, brennt darauf, endlich ganz oben zu stehen.
Yoan Loeffler/Aurélien Chiapello. Für weitere Teams auf den Pfeil klicken!
Thibault Maret/Louis Louka
Nicolas Lathion/Morgane Apothélo
Ismaël Vuistiner/Florine Kummer
Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Jérémy Michellod und Grégory Maître. Der jüngere Bruder von Jonathan Michellod wird zum ersten Mal mit einem Rally2-Auto ausrücken. Insgesamt sind 15 Fahrzeuge der «Königsklasse» (Rally2) gemeldet. Dazu gesellen sich zwei RGT+ (Joël Rappaz mit seiner Alpine und Olivier Bourgnon auf Porsche 997) sowie vier Rally3-Teams. Alles in allem haben sich 43 «moderne» Teams eingeschrieben.
Dazu gesellen sich 25 historische Fahrzeuge, wobei zwei davon zur Rallye-Europameisterschaft zählen. Ein Teilnehmer dürfte vielen Rallye-Fans bekannt sein: François Delecour. Der WRC-Gesamtzweite von 1993 wird zusammen mit Fabrice Gordon an Bord eines Peugeot 306 Maxi sein Comeback in der Schweiz feiern.
Erwin Keller/Dominique Juple und Eddy Bérard/Florence Bérard. Zum Vergrössern anklicken!
Aus Schweizer Sicht werden wir erneut die meisten Teams sehen, die schon beim Critérium Jurassien um die Spitzenplätze gekämpft haben, insbesondere die Sieger Keller/Juple (Mitsubishi Galant) und ihre Verfolger Bérard/Bérard sowie Brosy/Erisman (beide auf BMW M3).
In den beiden Gleichmässigkeitsklassen stehen insgesamt 13 Teams am Start – neun davon in der VHRS, der historischen, vier in der VMRS, der modernen Wertung. Sieger des ersten Laufs beim Critérium Jurassien war das Ehepaar Laurent und Florence Pernet.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Aigle im Kasernenareal. Die Rallye beginnt am Donnerstag, 28. Mai, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen und einer Super-Sonderprüfung in Leysin.
Der Start zur 2. Etappe, bestehend aus acht Sonderprüfungen, erfolgt am Freitag, 29. Mai. Am Samstag, 30. Mai, findet die 3. Etappe mit sechs Sonderprüfungen statt, die mit der Siegerehrung (ab 21.30 Uhr) in Aigle endet. Text: Auto Sport Schweiz
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27.–28. März, Critérium Jurassien
28.–30. Mai, Rallye du Chablais
10.–11. Juli, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18. – 19. September, Rally del Ticino
29.–31. Oktober, Rallye International du Valais
Fotos: Cornevaux, Eichenberger, Kaufmann, Hänggi, IKE Racing, myrallye.ch