Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026: Nur einer kann Bralla noch am Titelgewinn hindern

Automobil Revue | 18.06.2026

Die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 geht in ihr letztes und entscheidendes Saisonrennen. Der bisher ungeschlagene Christian Bralla hat mit seinem Fiat X1/9 die besten Chancen, erstmals Meister zu werden.

Bralla Eichenberger

Christian Bralla, Fiat X1/9

Mitten im Fussball-WM-Fieber findet am 20./21. Juni das Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft statt. Austragungsort ist das Armeegelände in Chamblon (VD), oberhalb von Yverdon-les-Bains.

Die Ausgangslage für das Finale ist eindeutig. Der bisher ungeschlagene Christian Bralla hält vor dem letzten Rennen alle Trümpfe in der Hand. Zwar liegt er (auf dem Papier) nur zehn Punkte vor Verfolger Christophe Oulevay. Doch Bralla ist ein erfahrener Fuchs und hat in dieser Saison schon klassenintern Fahrer vom Kaliber eines Ludovic Monnier oder Martin Oliver Bürki geschlagen.

In Chamblon wird Bralla in der E1 bis 2 Liter auf keinen der beiden treffen. Bürki kehrt nach seinem Unfall in Ambri zwar wieder zurück, fährt aber in der E1 bis 3 Liter mit seinem schwarzen BMW, Monnier verzichtet auf den letzten Slalom, weil er sich voll auf die Berg-Meisterschaft konzentriert und dort immer besser in Fahrt kommt.

Grispino Eichenberger

Einziger Titelkonkurrent für Bralla: Alessandro Grispino

Der Vorsprung Brallas lässt vieles zu – sogar einen fünften Platz beim Finale in Chamblon. Rein rechnerisch kommt neben Bralla nämlich nur noch ein anderer Fahrer für den Titel 2026 in Frage: Vorjahresmeister Alessandro Grispino. Der kann mit einem «Zwanziger» (abzüglich seinem Streichergebnis, in diesem Fall die acht Punkte aus Bure) als Einziger noch auf die 120 Zähler kommen, die Bralla jetzt schon hat.

Würde Bralla in einem solchen Fall am Wochenende Fünfter werden, hat auch er ein Streichresultat von acht Punkten. Der Vorteil läge dann aber immer noch beim Tessiner, weil bei dieser Konstellation als nächstes Kriterium die Scratch-Ergebnisse zum Zuge kämen – und dort lag Bralla während der ganzen Saison stets vor Grispino.

Die restlichen Verfolger – von Christophe Oulevay (VW Scirocco) über Christophe Maréchal (BMW E30) bis Samuel Weibel (Subaru BRZ) – können Bralla, der schon vor dem Finale also mindestens Gesamtzweiter ist, nicht mehr am Titelgewinn hindern. Gleichwohl geht es für sie noch um einen Platz auf dem «Stockerl». Und da hat wiederum Oulevay die besten Chancen.

Ryter Eichenberger

Favorit für den Tagessieg, wenn die Motorenprobleme behoben werden können: Lionel Ryter

Auch im Kampf um den Tagessieg hat ein Fahrer alle Trümpfe auf seiner Seite: Lionel Ryter. Weil Rekordtagessieger Philip Egli schon vor Wochen angekündigt hat, dass er auf das Finale verzichten wird, ist der junge Walliser auf seinem Formel Renault 2.0 klarer Favorit. Es sei denn, sein Auto lässt ihn im Stich.

Nach den Motorenproblemen in La Roche war unter der Woche nicht sicher, ob Ryter seine «Eva» bis zum Wochenende wieder einsatzbereit bekommt. Ryter hat dieses Jahr bereits die Slaloms von Bière 2, Ambri 1 und Ambri 2 gewonnen. Chamblon wäre sein vierter Tagessieg – damit würde er seine Bestmarke aus dem Vorjahr (ebenfalls vier Siege) egalisieren.

Müsste Ryter aus technischen Gründen auf das Rennen in Chamblon verzichten, würde es am Wochenende einen neuen Tagessieger geben. In Frage kämen der schnelle Samuel Métroz in seinem Formel Arcobaleno oder Joffrey Salomon im Formel Renault 2.0.

J Salomon Eichenberger

Auch im Rennen um den Tagessieg: Joffrey Salomon im Formel Renault 2.0

Offen ist auch noch die Ausgangslage im Suzuki Swiss Racing Cup. Vor dem Finale in Chamblon (der Suzuki Cup trägt am Wochenende zwei Rennen aus) führt das Flammer Speed Team. Dieses kann, obwohl mehrere Fahrer im Einsatz standen, den Titel holen. In Chamblon soll es Routinier Sandro Fehr für die Flammers richten. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Rico Thomann, dem Gesamtsieger des Vorjahres, beträgt allerdings nur vier Punkte. Und auch Michaël Béring, ein ausgewiesener Chamblon-Spezialist, ist mit zehn Punkten Rückstand noch gut im Rennen.

Los geht es in Chamblon am Samstag und Sonntag jeweils ab 7.00 Uhr. Die Rennläufe am Sonntag finden ab 13.35 Uhr statt. Die Siegerehrung ist für etwa 17.30 geplant. Der Eintritt ist frei.

Achtung: Die Wettervorhersage verspricht heisse 35 Grad am Sonntag! Und Schattenplätze sind in Chamblon rar…

Text: Auto Sport Schweiz

Fotos: Eichenberger

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