AR x Tour de Suisse: Der Werbetross

AR Redaktion | 19.06.2026

Lange bevor es Instagram-Stories, TikTok-Clips und gesponserte Reels gab, hatte die Schweiz ihre eigene rollende Social-Media-Bühne: den Werbetross der Tour de Suisse. Wer im Land etwas Neues lancieren, bekannt machen oder unters Volk bringen wollte, fuhr mit. Mit Bonbons, Musterpäckli, Fähnchen, Hüten, Lautsprecheransagen und hupender Produktpoesie. Nicht als Banner im Feed, sondern als Auto mit Dachaufbau, Aufklebern, Markenfigur und Menschen, die aus dem Fenster winkten.

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Für viele Herr und Frau Schweizer gehört darum genau das zur Tour-Erinnerung. Man steht schon eine Stunde vor dem Peloton am Strassenrand und wartete nicht nur auf die Fahrer, sondern auf das, was aus den Autos fliegt. Der Werbetross war Volksfest, Produktdemo und rollende Dorfchilbi in einem. Fasnacht on the Road. «Das ist auch heute noch so», sagt Silvan Erdin, Verantwortlicher für den Werbekonvoi. Und: «Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn die Leute zum Beispiel noch mit Hüten an der Strasse stehen, die wir vor fünf, sechs Jahren verteilt haben.»

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Allein, der Werbetross heisst heute offiziell FanConvoy – und er ist kleiner geworden. Rund 15 bis 18 Fahrzeuge umfasst er inzwischen. Skoda, Mercedes, Die grosse analoge Markenparade ist kompakter, professioneller, strukturierter. Aber sie lebt noch. Mit Partnern wie Primeo Energie, Kernser Pasta, Valais Mineralwasser oder weiteren Tour-Sponsoren wird sichtbar, was früher schon galt: Die Tour de Suisse ist nicht nur Sportereignis, sondern eine fahrende Bühne für Schweizer Marken, regionale Produkte, Energiefragen, Alltagsthemen und ein bisschen kontrollierten Strassenkarneval.

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Ob elektrisch oder thermisch, welche Marke, welches Modell und welcher Aufbau – das entscheiden die Sponsoren. Auffällig ist: Viele setzen inzwischen auf Elektro. Damit wird ausgerechnet der FanConvoy zu einem ziemlich harten Praxistest für E-Mobilität. Denn aerodynamisch ist ein Elektroauto mit riesiger Werbebüchse, Monsterstecker, Pasta-Packung oder Mineralwasserflasche auf dem Dach ungefähr so effizient wie ein Kühlschrank im Gegenwind. Der cw-Wert verabschiedet sich dann freundlich Richtung Comic-Abteilung.

Bilder: Monika Hanczyc, Michael Schenk

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