Der sichtbarste Kern-Tross zählt laut AR-/Fahrzeugliste 91 Fahrzeuge: 15 elektrisch, 76 thermisch oder hybrid. Die elektrische Fraktion besteht aus 12 Cupra Tavascan, 2 Škoda Enyaq und 1 BYD Atto 3 EVO. VW stellt mit 45 Fahrzeugen die stärkste Marke, Škoda bildet mit 20 Fahrzeugen das sportlich-organisatorische Rückgrat, BYD ist mit 3 Fahrzeugen dabei. Nicht eingerechnet sind Werbetross, Teambusse, zusätzliche Medienfahrzeuge, Volunteer-Autos und weitere mobile Satelliten.
AR x Tour de Suisse: Neunmal um die Erde – für ein Velorennen
Michael Schenk | 23.06.2026
Energetisch betrachtet ist die Tour de Suisse nicht einfach ein Radrennen, sondern eine rollende Kleinstadt. Vorne kämpfen Fahrerinnen und Fahrer um Watt, Sekunden, Windschatten und Ideallinien. Dahinter bewegt sich ein ganzer Mobilitätsapparat: Teamautos, Materialwagen, Polizeimotorräder, Medienfahrzeuge, Gäste-Shuttles, Organisationsautos, Transporter, Busse, Funktechnik, Ersatzräder, Kühlboxen – alles, was nötig ist, damit vorne nach Sport aussieht, was hinten ziemlich viel Logistik ist.
Für den gesamten Tour-Kosmos sind rund 180 Fahrzeuge realistisch. Rechnet man davon etwa 40 rein elektrisch und rund 140 thermisch oder hybrid, wird die Landesrundfahrt zur ziemlich ehrlichen Mobilitätsrechnung. Frauen- und Männerstrecke zusammen ergeben 2026 rund 1093 Rennkilometer und gut 19’000 Höhenmeter. Nur fährt der Tross nicht brav die Ideallinie der Etappenkarte nach wie ein Musterschüler im Geografieunterricht. Dazu kommen Transfers zwischen Etappenorten, Hotelwege, Zufahrten, Parkplätze, Umleitungen, Vorfahrten, Rückfahrten, Positionswechsel und jene Zusatzschlaufen, die entstehen, wenn Google Maps, Polizeisperre und Realität gerade drei verschiedene Meinungen haben.
Allein die Transfers zwischen den Etappenorten machen einen beachtlichen Block aus: Sondrio–Locarno rund 125 Kilometer, Locarno–Bad Ragaz etwa 155 bis 161 Kilometer, dazu grob Bad Ragaz–Aarburg mit 145 bis 155 Kilometern und Aarburg–Villars-sur-Ollon mit 175 bis 185 Kilometern. Macht zusammen bereits rund 600 bis 625 Transferkilometer – bevor vor Ort auch nur ein Shuttle den Parkplatz gesucht, ein Medienauto die falsche Zufahrt erwischt oder ein Materialwagen noch einmal um den halben Zielbereich gekreist hat.
Die Automobil Revue war gemeinsam mit den beiden BYD-Begleitfahrzeugen an der Tour dabei: Der Seal spulte dabei 3150,8 Kilometer ab, der ATTO 3 weitere 2141 Kilometer – macht zusammen stolze 5291,8 Kilometer. Pas mal und sehr viel Realitätstest.
So landet man über die ganze Tour schnell bei etwa 350’000 bis 380’000 Fahrzeugkilometern. Das entspricht rund neun Erdumrundungen. Für ein Radrennen ist das ziemlich viel Auto. Nicht wahr?
Bilder: Leon Elmazov/MS
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