Die offizielle Fahrzeugliste zählt 91 Fahrzeuge. Also nicht ganz 100 – aber genug, um eine mittlere Tiefgarage nervös zu machen. 15 Fahrzeuge fahren elektrisch, 76 laufen mit Treibstoffkarte – also thermisch oder hybrid. Der E-Block ist klar erkennbar: 12 Cupra Tavascan, vornehmlich für Gäste, bilden die grösste Strom-Fraktion. Dazu kommen 2 Skoda Enyaq und 1 BYD Atto 3 EVO. Eingesetzt werden diese Elektroautos im realen Tour-Betrieb vor allem dort, wo Organisation, Gäste, Sicherheit, Rennbüro, Unterkunft und Infrastruktur unterwegs sind. Anders gesagt: überall dort, wo es wichtig ist – aber nicht gerade dramatisch wird, falls der Akku plötzlich philosophisch über Reichweite nachdenkt.
Nicht ganz 100 – aber garantiert nicht klein
AR Redaktion | 17.06.2026
Bevor an der Tour de Suisse 2026 vorne die ersten Attacken gefahren, hinten die letzten Bidons gereicht und irgendwo dazwischen die ersten Beine weich werden, rollt längst ein eigener Staat auf Rädern durchs Land. Eine moderne Landesrundfahrt besteht eben nicht nur aus Carbonrahmen, Funkgeräten im Ohr und Laktat in den Beinen – sondern aus Transportern, Begleitautos, Materialwagen, Funktechnik, Sicherheitsfahrzeugen, Kommissären, Gästen, Gepäck, Kabeln, Kaffee und sehr viel Logistik mit Warnblinker.
Die stärkste Marke im Tross ist VW mit 45 Fahrzeugen. Und hier wird klar: Ohne Nutzfahrzeuge wäre die Tour nicht halb so elegant, sondern eher ein Pfadfinderlager mit Velorennen. 17 VW Crafter LR, 6 VW Crafter HB, 3 VW Crafter KR, dazu 8 VW T6 Kombi, T6 Kastenwagen, Caravelle 4x4, Touran, Caddy Maxi, California Coast und ein VW ID.7 bilden den rollenden Logistikrücken der Rundfahrt. Sie transportieren Material, Beschriftung, Aufbau, Gepäck, Technik, Personal, Streckenwerbung, Village und FanZone. Kurz: alles, was niemand im Fernsehen sieht, ohne das aber gar nichts funktionieren würde.
Skoda stellt mit 20 Fahrzeugen den sportlich-organisatorischen Kern: Octavia RS, Octavia und Enyaq für Kommissäre, UCI-Kommissaires, Information, Security, Neutral Service und FanConvoy. BYD ist heuer neu als einer der Titelsponsoren mit 3 Fahrzeugen dabei: Seal 6 DM-i Touring, Seal U DM-i und Atto 3 EVO – unter anderem für Tour-Direktor Olivier Senn. Dazu kommen Mercedes-Benz Vito, Iveco 12.0 m³, ein Iveco Daily Lift, Cabrios und diverse Spezialfahrzeuge, die in einer Tourliste ungefähr so selbstverständlich wirken wie ein Multitool im Mechanikerkoffer.
Und wichtig: Diese 91 Fahrzeuge sind nur der offiziell erfasste Kern. Nicht eingerechnet sind Werbetross, Teambusse, Medienfahrzeuge, Helferautos und all die mobilen Satelliten, die eine Tour de Suisse zusätzlich begleiten. Jedes Team bringt bekanntlich seinen eigenen Teambus mit – also eine fahrende Mischung aus Garderobe, Werkstatt, Therapieraum, Küche, Kommandozentrale und rollendem Wohnzimmer. Dazu kommen weitere Teamfahrzeuge, Begleitfahrzeuge und Serviceeinheiten.
In Summe dürfte der gesamte Tour-Tross deshalb locker bei 150 bis 200 Fahrzeugen liegen. Zumal 2026 Frauen und Männer erstmals gemeinsam unterwegs sind. Während des Rennens selbst nicht plötzlich doppelt so viele Autos in der Rennkolonne fahren, wächst der Betrieb drumherum deutlich: mehr Teambusse, mehr Mannschaftsfahrzeuge, mehr Parkbedarf, mehr Material, mehr Organisation. Kurz gesagt: vorne fährt das Peloton – dahinter rollt ein kleines mobiles Dorf mit Nummernschildern.
Fotos: Leon Elmazov, Monika Hanczyc, Michael Schenk
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