AR X Tour de Suisse: Startnummer 1 auf neuem Kurs mit BYD

Michael Schenk | 22.06.2026

Seit elf Jahren sitzt Albert Wolke am Steuer des Fahrzeugs von Tour-de-Suisse-Direktor Olivier Senn. In dieser Zeit haben die beiden fast mehr gemeinsame Stunden im Auto zusammen Seite an Seite verbracht als mit der Frau. Wolke kennt Abläufe, Rennsituationen und spontane Richtungswechsel der Landesrundfahrt mittlerweile fast auswendig. Entsprechend interessant war für ihn die Umstellung vom langjährigen Skoda Octavia auf den neuen BYD Seal 6 DM-i, der 2026 erstmals als offizielles Fahrzeug des Renndirektors unterwegs war.

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Wer den schwarzen BYD Seal 6 DM-i mit der Startnummer 1, den roten und grünen Rundumleuchten auf dem Dach und dem Schriftzug «Race Director» sieht, erkennt sofort: Das ist die mobile Kommandozentrale der Tour de Suisse. Von hier aus werden Rennsituationen beurteilt, Entscheidungen getroffen und Informationen zwischen Rennleitung, Jury, Polizei und Organisation koordiniert. Kaum ein Fahrzeug ist näher am Geschehen.

Überzeugendes Paket

Wolkes Urteil über den chinesischen Plug-in-Hybrid fällt positiv aus. Besonders das Fahrverhalten habe ihn beeindruckt. Auf den kurvigen Bergstrassen und langen Abfahrten der Tour de Suisse liege der Seal 6 satt und sicher auf der Strasse. Und hier reden wir wirklich von schnellen Kurven. «Das hat Spass gemacht», sagt Wolke. Gerade auf Passstrassen, wo das Fahrzeug präzise und zügig bewegt werden muss, habe der BYD Vertrauen geschaffen.

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Auch der Antrieb überzeugt. Die meiste Zeit war der Seal 6 im Benzinbetrieb unterwegs, dennoch habe jederzeit genügend Leistung zur Verfügung gestanden. Wenn zusätzliche Beschleunigung gefragt war, unterstützte der Elektromotor spürbar. «Er hat seinen Bums gehabt», beschreibt Wolke die Leistungsentfaltung pragmatisch. Für ein Radrennen mit häufigen Tempowechseln, Steigungen und spontanen Beschleunigungsmanövern sei das vollkommen ausreichend.

Gewöhnung an die Digitalisierung

Die grösste Herausforderung sieht der langjährige Chauffeur nicht beim Antrieb, sondern bei den Assistenzsystemen. Im Umfeld eines Radrennens muss praktisch alles deaktiviert werden, was im normalen Strassenverkehr helfen soll. Motorräder, Rennfahrer oder Begleitfahrzeuge würden sonst ständig Warnungen und Notbremsfunktionen auslösen. Nach jedem Neustart müssen diese Systeme erneut ausgeschaltet werden. Ein zentraler Knopf für den Rennmodus würde den Alltag erheblich erleichtern. «Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und wird schneller.» Geübt lässt sich das Sicherheitsdispositiv in rund 15 Sekunden herausnehmen.

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Als selbst ernannter «Oldschool-Typ» musste sich Wolke zudem an die weitgehend digitale Bedienung gewöhnen. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Menüs logisch aufgebaut seien und er sich erstaunlich schnell zurechtgefunden habe.

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Nach wenigen Tagen Tour-Alltag fällt sein Fazit klar aus: Der Wechsel vom bewährten Octavia zum BYD Seal 6 DM-i verlief deutlich unkomplizierter als erwartet. Das Fahrzeug fährt komfortabel, bietet genügend Leistung und eignet sich bestens als rollendes Einsatzzentrum der Tour-Leitung. Nur mit den elektronischen Schutzengeln an Bord würde Albert Wolke gerne noch einmal ein ernstes Gespräch führen. Aber: «Dafür ist die Sitzkühlung 1a!»

Bilder: Leon Elmazov, Michael Schenk

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