Skoda verliert seinen Erfolgschef: Klaus Zellmer geht zu Volvo

Klaus Justen | 21.09.2026

Klaus Zellmer verlässt Skoda nach mehr als vier Jahren an der Spitze. Der 59-Jährige wechselt zu Volvo Cars und soll spätestens am 1. Oktober 2027 Präsident und CEO des schwedischen Autobauers werden. Bei Skoda übernimmt Finanzvorstand Holger Peters die Führung zunächst kommissarisch.

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Klaus Zellmer verlässt Skoda zu einem Zeitpunkt, an dem die tschechische Volkswagen-Tochter so erfolgreich dasteht wie kaum zuvor. Seit seinem Amtsantritt am 1. Juli 2022 hat sich die Marke in Europa deutlich nach vorn gearbeitet, ihre internationale Präsenz ausgebaut und die Elektrifizierung vorangetrieben. Nun wechselt Zellmer zu Volvo Cars. Der Verwaltungsrat des schwedischen Herstellers hat ihn am Sonntag zum künftigen Präsidenten und CEO ernannt.

Zellmer hat den Aufsichtsrat von Skoda darüber informiert, dass er seine berufliche Zukunft ausserhalb des Volkswagen-Konzerns fortsetzen will. Einen konkreten Nachfolger gibt es noch nicht. Bis dahin übernimmt Finanzvorstand Holger Peters die Unternehmensführung kommissarisch. Peters gehört dem Skoda-Vorstand seit Juni 2023 an.

Skoda-Rekordzahlen unter Zellmer

Der Abgang fällt in eine Phase, in der Skoda innerhalb des Volkswagen-Konzerns eine bemerkenswerte Entwicklung genommen hat. 2025 überschritt die Marke erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von einer Million ausgelieferten Fahrzeugen. Weltweit setzte Skoda 1'043'900 Fahrzeuge ab, 12.7 Prozent mehr als im Vorjahr. In Europa rückte die Marke auf Rang drei der meistverkauften Automarken vor. Innerhalb von vier Jahren verbesserte sich Skoda damit von Platz zehn auf Platz drei.

Auch finanziell war 2025 ein Rekordjahr. Der Umsatz stieg auf 30.1 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn auf 2.5 Milliarden Euro. Damit erwirtschaftete Skoda eine Umsatzrendite von 8.3 Prozent. Gleichzeitig nahm der Absatz elektrischer Fahrzeuge kräftig zu: 174'900 reine Elektroautos wurden weltweit ausgeliefert – mehr als doppelt so viele wie 2024. Dazu kamen 43'800 Plug-in-Hybride. In Europa waren damit 25.7 Prozent der verkauften Skoda Fahrzeuge mit einem Stecker ausgerüstet.

Das Wachstum beschränkte sich dabei nicht auf Europa. Besonders Indien entwickelte sich zu einem wichtigen Markt. Gleichzeitig trieb Zellmer die Expansion nach Südostasien voran. Die Marke baute damit ihre Position ausserhalb der traditionellen europäischen Kernmärkte weiter aus.

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Klaus Zellmer

Elektrooffensive geht weiter

Auch bei der Modellpalette hinterlässt Zellmer ein deutlich verändertes Skoda. Der Elroq entwickelte sich bereits im ersten vollen Verkaufsjahr zu einem der meistverkauften Elektroautos Europas. 2026 setzt Skoda die Elektrooffensive fort und verdoppelt erneut die Zahl der angebotenen vollelektrischen Modelle. Mit dem Epiq baut Skoda das Gegenstück zum VW ID. Cross, der Peaq ist ein fast fünf Meter langes Elektro-Flaggschiff mit sieben Sitzplätzen.

Zellmer hatte Skoda seit 2022 durch diese Phase der Transformation geführt. Die Marke kombinierte dabei die Elektrifizierung mit einem weiterhin breiten Angebot an Verbrennern und Plug-in-Hybriden und konnte gleichzeitig Absatz und Profitabilität steigern.

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Wechsel zu Volvo

Bei Volvo Cars übernimmt Zellmer eine deutlich schwierigere Aufgabe. Der schwedische Hersteller befindet sich ebenfalls in einer umfassenden Transformation und will seine Modellpalette in den kommenden Jahren grundlegend erneuern. Volvo Cars verzeichnete 2025 zwar 710'000 verkaufte Fahrzeuge, erzielte dabei aber nur einen Betriebsgewinn von 0.3 Milliarden schwedischen Kronen bei einem Umsatz von 357.3 Milliarden Kronen. Im ersten Halbjahr 2026 blieb das Umfeld für den Hersteller anspruchsvoll.

Der bisherige Volvo-Chef Håkan Samuelsson bleibt bis zur Übergabe im Amt. Zellmer soll spätestens am 1. Oktober 2027 übernehmen. Samuelsson war im April 2025 für eine zweite Amtszeit an die Spitze von Volvo Cars zurückgekehrt und soll nun gemeinsam mit dem Verwaltungsrat einen geordneten Übergang vorbereiten.

Für Zellmer ist es die nächste Station einer mehr als 30-jährigen Karriere in der Automobilindustrie. Vor seiner Zeit bei Volkswagen arbeitete er mehr als zwei Jahrzehnte für Porsche und war unter anderem CEO von Porsche Deutschland und Porsche North America. Bei Volkswagen verantwortete er zunächst Marketing, Vertrieb und After Sales der Marke Volkswagen, bevor er im Juli 2022 zu Skoda wechselte.

Für Skoda beginnt damit nach mehr als vier Jahren unter Zellmer die Suche nach einem neuen Chef. Die Ausgangslage könnte dabei kaum komfortabler sein: Die Marke kommt aus einem Rekordjahr, wächst bei Elektroautos stark und hat ihre Position im europäischen Markt deutlich verbessert.

Fotos: Skoda, Volvo

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