Audi Q3 und Q3 Sportback: Klassisches SUV oder doch lieber der Sportback?

Klaus Justen | 29.09.2025

Audi startet sein kompaktes Modell Q3 wieder im Doppelpack: Als klassisches SUV oder als Sportback, der fast drei Zentimeter flacher ist. Beide Versionen erweisen sich beim Fahrtest als hochwertig ausgestattete Autos, die für die Langstrecke taugen. Angetrieben wird der Q3 von Verbrennertechnik mit Elektro-Einschlag.

Audi Q3 SUV und Sportback

Der Audi Q3 ist aktuell Audis Anker im kompliziert gewordenen Automarkt. Schaut man allein auf die Schweiz, sind der Q3 und sein Schwestermodell Q3 Sportback unter den Autos mit vier Ringen die Bestseller.

Von den ersten zwei Generationen seit 2011 fanden weltweit über zwei Millionen Exemplare einen Käufer. Um genau zu sein: Den Sportback gab es erst mit der Neuauflage des Modells in der zweiten Generation (2019).

Nun startet also die dritte Generation des Audi Q3 und die zweite des Sportback, das Baureihenkürzel für beide heisst FJ. Rund Dreiviertel seiner Sportbacks verkauft Audi übrigens in Europa, in der Schweiz und ihren Nachbarländern verteilt sich die Gunst der Käufer und Käuferinnen recht gleichmässig – 50:50 ist das Verhältnis der Karosserievarianten.

Stellt man den Q3 als SUV und in der Sportback-Version nebeneinander, dann ist klar: mit dem Sportback spielt Audi die deutlich emotionalere Karte. Schon ab der A-Säule senkt sich das Dach deutlich ab, das ergibt unter dem Strich eine um 29 Millimeter niedrigere Dachlinie und damit einen sportlicheren Auftritt des auf rund 4.53 Meter gewachsenen Q3/Q3 Sportback.

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Ist der Q3 als SUV alltagstauglicher als der Q3 Sportback?

Sorgen um Einstieg und Sitzkomfort muss man sich deshalb nicht machen, und auch das Kofferraumvolumen leidet nicht. 488 Liter fasst der Kofferraum bei SUV und Sportback, und wenn man die hintere Sitzbank nach vorne schiebt, sind es sogar bis zu 588 Liter. Muss noch mehr Gepäck rein, lassen sich die Rücksitze klappen, 1386 Liter Gepäck finden Platz.

Kleines Aber: Wer sich für den Plug-in-Hybrid entscheidet, muss rund 100 Liter des Kofferraums (mit geklappten Sitzen sogar rund 200) abschreiben, den Platz braucht die Batterie.

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Dass es sich auf den Vordersitzen ausgesprochen bequem sitzt, muss man eigentlich nicht erwähnen. Fahrerin und Beifahrer nehmen Platz mit Aussicht auf eine grosse Bildschirmlandschaft in Form eines Skateboards, die man so schon aus Q6 & Co. kennt.

Im Q3 hat man allerdings darauf verzichtet, die Beifahrerseite mit einem weiteren Bildschirm zu versorgen – das muss jetzt nicht unbedingt ein Nachteil sein. Geoffrey Bouquot, Vorstand für die Technische Entwicklung bei Audi, hatte den Anspruch ausgegeben, mit dem Audi Q3 «im Interieur die Digital Stage aus der Oberklasse ins Kompaktsegment» zu transferieren. Operation gelungen, möchte man sagen.

Audi Q3: Interieur und Bedienkonzept.  Zum Vergrössern anklicken!

Audi Q3: Änderungen im Bedienkonzept und hochmoderne Lichttechnik 

Zu den Neuerungen beim Q3 gehören die neuen Bedienelemente am Lenkrad, mit denen sich zum Beispiel die Fahrstufen einstellen lassen. Der klassische Gangwahlhebel auf der Mittelkonsole ist Geschichte, das hat Platz gemacht für Ablagen.

Da alle Modelle mit Automatikgetriebe ausgestattet sind, reicht nun ein feststehender Schalter auf dem rechten Lenkstock. Auch geblinkt wird über einen ähnlich arrangierten Schalter auf der linken Seite – also nicht über einen klassischen Lenkstockhebel, sondern über Taster, die nach unten oder oben gedrückt werden.

Auf diesem feststehenden Element ist auch die Bedienung des Scheibenwischers untergebracht, aktiviert wird der Wischer über ein kleines Drehrad. Das ist gewöhnungsbedürftig, sollte auf Dauer aber machbar sein, so die Finger halbwegs für Feinmotorik tauglich sind.

Aufgerüstet hat Audi den Q3 auch beim Thema Licht. Erstmals zum Einsatz kommt das Mikro-LED-Modul in den vorderen Scheinwerfern.

Auf dem 13 Millimeter breiten Modul befinden sich 25'600 Mikro-LED. Jede einzelne dieser LED ist rund 40 Mikrometer gross, also etwa halb so stark wie ein menschliches Haar. Das sorgt nicht nur allgemein für ein besseres Fahrlicht, auch diverse Assistenzfunktionen sind nun enger mit dem Licht verknüpft.

So zeigen zwei Lichtbalken in der Ausleuchtungszone an, ob man sich wirklich exakt in der Mitte der Fahrbahn befindet. Bei drohender Glätte wird ein Eiskristall vor das Fahrzeug projiziert, und wenn man zum Überholen ansetzen will, sich von hinten ein Fahrzeug nähert und im Toten Winkel befindet, signalisiert der Lichtkegel Gefahr.

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Die Motoren im Audi Q3: So fährt sich das Audi-Duo

Die dynamischen Fähigkeiten des Audi Q3 liessen sich mit drei unterschiedlichen Motoren testen. Aus Schweizer Sicht war der Diesel mit 150 PS schnell aus dem Spiel – der 2.0 TDI wird in der Schweiz nicht angeboten.

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt das 49'200 Franken teure Einstiegsmodel, der 1.5-Liter-TFSI mit 110 kW (150 PS). Leistung und Drehmoment (260 Newtonmeter) reichen für die alltäglichen Fahrten zwischen Wohnung und Büro völlig aus, das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe schaltet schnell und findet den richtigen Gang. Wird Leistung abgefordert, geht die Drehzahl aber auch schnell in die Höhe, das klingt dann ein bisschen bemüht. Angetrieben werden die Vorderräder, beim Fahrwerk hat Audi Feinschliff betrieben mit der Zweiventil-Dämpferregelung.

Deutlich souveränder fühlt sich der 55'300 Franken teure Q3 e-Hybrid an. Der Plug-in ist schon im Verbrennerpart mit 130 kW (177 PS) etwas stärker aufgestellt, bezieht aber von seinem Elektromotor bis zu 85 kW Unterstützung. Das ergibt eine Systemleistung von 200 kW (272 PS), mit denen man auch auf bergigen Strassen wuchern kann.

Die Batterie fasst 25.7 (netto 19.7) Kilowattstunden, damit sind gut 100 Kilometer elektrische Reichweite möglich. An DC-Schnellladesäulen lässt sich die Batterie mit bis zu 50 kW aufladen. Das ermöglicht es, während kleinerer Zwischenstopps Energie nachzufassen, wenn es zeitlich passt. So lässt sich der Verbrauch des Q3 PHEV in unteren Regionen halten. Laut WLTP verbraucht er kombiniert auf 100 Kilometer um die zwei Liter. Ist die Batterie leer und er wird allein vom Verbrenner angetrieben, sind es zwischen 6.0 und 6.8 l/100 km.

Der E-Motor übernimmt während der Fahrt unmerklich das Regime, das Abschalten des Verbrenners lässt sich speziell auf schlechten Strassen mit hoher Geräuschkulisse nur am Drehzahlmesser ablesen. Aber gerade bei Geschwindigkeiten auf Landstrassenniveau, bei denen gemütliches Dahingleiten angesagt ist, arbeitet der der Plug-in-Hybrid-Antrieb sehr häufig im Elektromodus und holt sich nur bei starkem Tritt aufs Fahrpedal Unterstützung durch den Verbrenner. Auch der PHEV ist ein Fronttriebler, was sich aber im Alltagsbetrieb kaum bemerkbar macht.

Wer Audi immer mit Quattro verbindet: Zwei Allradmodelle hat Audi vom Q3/Q3 Sportback im Programm, mit 150 kW (204 PS) ab 56' 800 Franken oder mit 195 KW (265 PS) ab 63'000 Franken. Diese liessen sich leider während der Fahrvorstellung ausprobieren.

Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass diese beiden Motorvarianten in der Schweiz vorne bei den Bestellungen liegen werden. Die genannten Preise beziehen sich alle auf den Q3 als SUV. Für den Q3 Sportback muss man 1450 Franken Aufpreis kalkulieren. Wer auf klassische SUV-Proportionen steht, für den ist das überfüssig ausgegebenes Geld. Wer die elegantere Karosserieform des Sportback bevorzugt, ein gut angelegter Aufpreis.

Variabler Kofferraum im Audi Q3. Zum Vergrössern anklicken!

Technische Daten

Audi Q3 e-Hybrid/Audi Q3 Sportback e-Hybrid

Karosserie: SUV, 5 Türen, 5 Plätze, selbst tragende Karosserie, McPherson-Federbeinachse vorne, Vierlenker-achse hinten, Scheibenbremsen rundum, Reifen 215/65 R17

Motor: Reihenvierzylinder, vorne, 4 Ventile/Zylinder, 1498 ccm, Bohrung 74.5 mm, Hub 74.5 mm, Verdichtung 11.5 : 1, Leistung 130 kW (177 PS) bei 5500–6000 U/min, Drehmoment 250 Nm bei 1500–4000 U/min. Elektromotor mit 85 kW Peakleistung, Systemleistung 200 kW (272 PS) und 400 Nm. Batterie Lithium-Ionen mit 25.7 kWh (netto 19.7)

Antrieb: Vorderradantrieb, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Abmessungen und Gewicht: Länge 4.53 m, Breite 1.86 m (mit Spiegeln 2.09 m), Höhe 1.59–1.62 m, Radstand 2.68 m, Spur vorne/hinten 1588/1581 mm, Böschungswinkel vorne/hinten 17.0/25.0 Grad, Kofferraum 375–1196 l, Leergewicht 1900 kg, Gesamtgewicht 2405 kg, Anhängelast gebremst 8% Steigung/12% Steigung/ungebremst 1700/1400/750 kg, Dachlast 75 kg, Stützlast 90 kg, Wendekreis 11.86 m, Tankinhalt 45 l

Fahrleistungen: 0–100 km/h in 6.8 s, Höchstgeschwindigkeit 215  km/h (elektrisch 140 km/h), Verbrauch kombiniert 2.2 l/100 km plus 15.1 kWh/100 km (WLTP), CO2-Emissionen 50 g/km. Elektrische Reichweite 104–118 km

Preis: ab 55'300 Franken, Sportback ab 56'750 Franken

Fotos: Audi

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