Mit einer fast identischen technischen Basis und Ausstattung wie der Renault Symbioz präsentiert Mitsubishi einen neuen Grandis, der ein Déjà-vu-Erlebnis hervorruft. Das SUV zeichnet sich jedoch durch einige Designänderungen und vor allem durch seine erweiterte Garantie aus.
Mitsubishi setzt in Europa seine Strategie der Zusammenarbeit mit Renault fort und stellt den neuen Grandis vor, das dritte Modell seiner Palette, das auf einem Fahrzeug der Franzosen basiert.
Nach dem ASX und dem Colt, die jeweils vom Captur und vom Clio inspiriert sind, greift die japanische Marke den Namen Grandis wieder auf, der vor zwanzig Jahren einen Minivan zierte. Das könnte vermuten lassen, dass diese neue Generation auf dem aktuellen Renault Espace basiert. Doch tatsächlich übernimmt sie die Architektur und die meisten Elemente des Symbioz, unterscheidet sich jedoch durch (subtile) kosmetische Änderungen.
Die Mitsubishi-Designer haben sich vor allem durch eine überarbeitete Frontpartie mit einem speziellen Kühlergrill und dem Wappen von Renault abgehoben. An den Seiten sind die für jede Ausstattungsvariante spezifischen Felgen ein weiteres Erkennungsmerkmal. Am Heck weist die Heckklappe einen weniger markanten Mittelbereich und neu gestaltete Rückleuchten auf.
Der Grandis basiert auf der CMF-B-Plattform und hat mit einer Länge von 4.41 Metern, einer Breite von 1.80 Metern und einer Höhe von 1.58 Metern die gleichen Außenmasse wie sein Vorgängermodell. Zum Vergrössern anklicken!
Mitsubishi Grandis: Angenehmer Hybridantrieb
Leider ist kein Allradantrieb verfügbar, alle Motorisierungen sind reine Frontantriebe. Da wäre zunächst der 1.3-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 140 PS. Dieser ist serienmässig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet, während die Mildhybrid-Version über ein automatisiertes Doppelkupplungsgetriebe EDC (Efficient Dual Clutch).
Dritte Option: der Vollhybrid mit 116 kW (158 PS). Dieser Antriebsstrang kombiniert einen 1.8-Liter-Vierzylinder mit 109 PS mit zwei Elektromotoren mit 49 PS und 20 PS, einem Multimode-Getriebe und einer kleinen 1.4-kWh-Batterie.
Diese ermöglicht das elektrische Fahren bei niedrigen Geschwindigkeiten auf kurzen Strecken, insbesondere beim Anfahren. Dies ist jedoch nicht die Priorität dieses Antriebsstrangs; sein Hauptziel ist es vor allem, zur Senkung des Gesamtverbrauchs beizutragen.
Mitsubishi Grandis: Faible consommation
Dies gelingt dem Antrieb mit einer gewissen Effizienz, denn der WLTP-Verbrauch des Fahrzeugs liegt bei 4.4 l/100 km, ein Wert, den wir auf unserer ersten Testfahrt annähernd erreichen konnten.
Generell ist die Brillanz hervorzuheben, mit der alle mechanischen Elemente des Hybridantriebs zusammenarbeiten: der Antriebsstrang ist geschmeidig und flüssig und läuft stets ruckfrei. Die Gangwechsel erfolgen sanft und meist unmerklich, wenn man nicht gezielt darauf achtet. Und die Leistung des Antriebsstrangs ist für den normalen Gebrauch mehr als ausreichend: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 9.1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.
Einziger Nachteil des Systems: Wenn man den Grandis bis an seine dynamischen Grenzen bringt, steigt durch die Drehzahlerhöhung immer der Geräuschpegel im Innenraum, was jedoch nicht übermässig stört.
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Fahrwerk und Fahreigenschaften: Kein Unterschied zwischen Grandis und Symbioz
Mitsubishi hat uns verraten, dass man das Fahrwerk kein bisschen verändert hat. Mit anderen Worten: Der Grandis verhält sich auf der Strasse genauso wie sein französischer Klon. Angesichts der Erfahrung, die Renault bei der Entwicklung seiner Kompaktwagen gesammelt hat, könnte man meinen, dass das eine gute Sache ist.
Die Wahrheit ist jedoch, dass die Lenkung zu leichtgängig ist und sich zu künstlich anfühlt, dass die Federung etwas zu weich ist und das Bremsverhalten durch das Hybridmanagement (regeneratives Bremsen) beeinträchtigt wird.
Es ist klar, dass der Grandis in erster Linie für eine ruhige Fahrweise konzipiert wurde. In der Stadt, seinem bevorzugten Terrain, glänzt das kompakte SUV am meisten.
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Mitsubishi Grandis und Renault Symbioz: Ähnlichkeiten auch innen
Der Innenraum entspricht bis auf Details genau der Ausstattung des Symbioz. So ist das Lenkrad des japanischen Modells identisch mit dem des französischen.
Das Gleiche gilt für die Bildschirme: Die Instrumententafel (je nach Ausstattung 7 oder 10 Zoll gross) und das vertikale Infotainmentsystem (10.4 Zoll) sind identisch. Das gilt auch für das Armaturenbrett, dessen Design zwar etwas altbacken wirkt, das aber von den Bemühungen von Renault in Sachen Verarbeitung und Verkleidung profitiert.
Auch die praktischen Aspekte bleiben unverändert, mit einer um 16 Zentimeter verschiebbaren Rückbank und einem Laderaumvolumen von 492 bis 1582 Litern, je nach Konfiguration.
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Mitsubishi Grandis: Verlockender Preis ab 27'998 Franken
Die Preispolitik verschafft dem Grandis einen leichten Vorteil. Bei vergleichbarer Ausstattung kostet er rund 3000 Franken weniger als der Symbioz.
Genauer gesagt beginnt sein Preis bei 27'998 Franken (gegenüber 30'600 Franken für den Renault). Dieser Preis ist umso attraktiver, als er eine Garantie von bis zu acht Jahren beinhaltet, ein grosser Unterschied zu Renault, das die Garantie auf drei Jahre begrenzt.
Für den Preis des Symbioz-Einsteigermodells bekommt man bei Mitsubishi fast schon den Grandis Hybrid. Der liegt in der Ausstattungslinie Invite bei 31'998 Franken.
Technische Daten Mitsubishi Grandis 1.8 Hybrid
Fünftüriger, fünfsitziger Crossover der Kompaktklasse (C-Segment)
Abmessungen Länge 4.41 Meter, Breite 1.80 Meter (mit Aussenspiegeln 2.00 Meter), Höhe 1.58 Meter, Radstand 2.64 Meter, Kofferraumvolumen 492 bis 1582 Liter
Antrieb Hybrid Ottomotor mit 1.8 Liter Hubraum, Leistung 80 kW (109 PS), maximales Drehmoment 170 Nm, und Elektromotoren mit 36 kW (49 PS) und 14 kW (20 PS), Drehmoment 205 Nm, Systemleistung 116 kW (158 PS), Frontantrieb, Multi-Mode-Automatikgetriebe
Fahrleistungen 0 bis 100 km/h 9.1 s, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, Normverbrauch (WLTP) 4.4 l/100 km, CO2-Ausstoss 101 g/km