Audi Q4 e-tron: Die Ingolstädter drehen zum Facelift an vielen Schrauben
Automobil Revue | 27.04.2026
Der Audi Q4 ist weiterhin als Sportback oder als klassisches SUV zu haben, mit Hinterrad- oder Allradantrieb. Die Entwickler haben an Effizienz und Reichweite gefeilt, die Anhängelast geht hoch bis 1800 Kilogramm – und die Batterie versorgt jetzt externe Geräte oder dient als Speicher für die Photovoltaikanlage. Die Preisliste in der Schweiz beginnt bei 57'400 Franken.
Audi Q4 e-tron Sportback
Fast auf den Tag vor vier Jahren stellte der deutschen Hersteller den Audi Q4 e-tron vor. Er setzt auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) des Volkswagen-Konzerns auf und wird in dessen deutschen Werk im sächsischen Zwickau gebaut. Mit 4.59 Meter Länge ist er zwischen Audi Q3 und Audi Q5 positioniert. Während die beiden anderen Modelle auf Verbrennerplattformen aufsetzen und der Plug-in-Hybrid das Höchstgefühl der Elektrifizierung ist, gibt es den Q4 ausschliesslich als vollelektrische Version. Jetzt gibt es für den Q4 e-tron eine Modellauffrischung.
Pluspunkte gibt es mit dem neuen Modell bei der Alltagstauglichkeit. Vor allem für Kundinnen, die den Q4 als Zugfahrzeug einsetzen, zählt die um 400 kg erhöhte Anhängelast, die Modelle mit quattro-Antrieb dürfen nun bis zu 1800 Kilogramm schwere Anhänger (gebremst) an den Haken nehmen. Die Stützlast beträgt 90 Kilogramm.
Serienmässig ist die elektrische Heckklappe, das Kofferraumvolumen liegt bei 515 Litern. Mit geklappter zweiter Sitzreihe wächst der nutzbare Gepäckraum auf 1487 Liter.
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In allen Modellen arbeitet an der Hinterachse eine permanent erregte Synchronmaschine (PSM) in zwei Leistungsvarianten. Neu eingesetzt wird die E‑Maschine APP350.
Mit dem Update erhält der Elektromotor eine neu entwickelte Leistungselektronik. Im Pulswechselrichter kommen Halbleiter aus Siliziumkarbid zum Einsatz. Dieses Material sorgt nach Herstellerangaben für niedrige Schaltverluste und steigert die Effizienz besonders in Teillastbereichen. Ergänzend optimieren neue Softwarefunktionen den Verbrauch.
Unterm Strich steigt der Wirkungsgrad gegenüber dem Vorgänger um rund zehn Prozent. Die Effizienzsteigerungen führen insgesamt zu einem Reichweitengewinn je nach Antriebskonzept von bis zu 32 Kilometern.
Der Audi Q4 e-tron kostet in der Schweiz ab 57'400 Franken
Die neuen Modelle sind im Laufe des Monats Mai in Europa bestellbar, die Markteinführung ist für den Sommer geplant. International wird der Q4 e-tron in vier Antriebsversionen angeboten, in der Schweiz stehen aber ausschliesslich die performance-Varianten zur Wahl. Den Hecktriebler mit kleiner 63-kWh-Batterie bietet Audi Schweiz nicht an, ebenso verzichtet der Importeur auf die leistungsschwächere (220 kW) Allradversion. Damit stehen folgende Modelle von Audi Q4 und Audi Q4 Sportback in der Schweiz zur Wahl.
Q4 SUV e-tron performance und Q4 Sportback e-tron performance Batterie 82 kWh (77 kWh netto) Leistung 210 kW (285 PS) Drehmoment 545 Nm Hinterradantrieb Verbrauch 15.6 bis 18.4 kWh/100 km (Sportback 15.2 bis 17.7 kWh) Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 0 auf 100 km/h 6.6 Sekunden Maximale Reichweite 578 km (Sportback 592 km) Maximale DC-Ladeleistung 165 kW Preis SUV 57'400 Franken, Sportback 59'900 Franken
Q4 SUV e-tron quattro performance und Q4 Sportback e-tron quattro performance Batterie 82 kWh (77 kWh netto) Leistung 250 kW (340 PS) Drehmoment 545 Nm hinten, 134 Nm vorne Allradantrieb Verbrauch 16.2 bis 18.9 kWh/100 km (Sportback 15.8 bis 18.5 kWh) Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 0 auf 100 km/h 5.4 Sekunden Maximale Reichweite 541 km (Sportback 554 km) Maximale DC-Ladeleistung 185 kW Preis SUV 61'900 Franken, Sportback 64'000 Franken
Die gesteigerte Ladeleistung beim Topmodell führt dazu, dass sich die Batterie an einer DC-Ladesäule in 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lässt.
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Als erstes Modell von Audi beherrscht der Q4 e-tron das bidirektionale Laden – die Hochvoltbatterie kann also nicht nur Energie aus dem Netz aufnehmen, sondern auch an externe Verbraucher abgeben. Mit der Funktion Vehicle-to-Load (V2L) können Elektrogeräte betrieben werden oder E-Bikes an einer Steckdose im Kofferraum oder über einen Adapter an der Ladebuchse mit Strom versorgen.
Noch spannender: In den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz kann der Q4 über Vehicle-to-Home (V2H) auch als heimischer Batteriespeicher dienen – und geladene Energie über eine dafür ausgelegte Wallbox zum Verbrauch ans Haus abgeben. Das lohnt sich insbesondere, um den Eigenverbrauch über eine Photovoltaikanlage zu optimieren.
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Optisch hat sich beim Q4 e-tron auch etwas getan, der Singleframe-Grill ist nun in Wagenfarbe lackiert. Die S line-Variante hat in den Ecken der Front- und Heckstossfänger vertikale Blades in Selenitsilber matt. Beim SUV schliesst ein Dachkantenspoiler die D‑Säule ab. Zur Individualisierung stehen drei neue Aussenfarben und fünf neue Räderdesigns zur Wahl.
Insgesamt vier digitale Lichtsignaturen –in der höchsten Angebotsstufe in Verbindung mit den optionalen Matrix LED-Scheinwerfern und digitalen OLED-Heckleuchten 2.0 – ermöglichen eine individuelle Optik
Audi Q4 e-tron SUV. Zum Vergrössern anklicken!
Digital Stage nennt Audi sein Panoramadisplay aus 11.9 Zoll grossem Kombiinstrument und 12.8 Zoll grossem MMI Touch-Display mit grossen Kacheln.Diese bieten eine schnelle Übersicht über verfügbare Features und Dienste. Ergänzend und erstmals in diesem Fahrzeugsegment ist optional das 12-Zoll-Beifahrerdisplay.
Optional lässt sich der Q4 e-tron mit Augmented-Reality-Head-up-Display bestellen. Es projiziert Informationen in zwei Ebenen auf die Windschutzscheibe: So erscheinen unter anderem Abbiegepfeile der Navigation, Start- und Zielpunkte sowie Hinweise ausgewählter Assistenzsysteme positionsgenau über der realen Umgebung. Die Inhalte wirken virtuell schwebend – gefühlt etwa 10 Meter vor dem Fahrer, situativ auch weiter.
Vertikale Lüftungsdüsen rahmen das Armaturenbrett ein und führen optisch zu den flach integrierten Türgriffen. Für Smartphones stehen vier gut erreichbare Ladeoptionen bereit: zwei gekühlte induktive Ladeschalen mit jeweils bis zu 15 Watt sowie zwei USB‑C-Anschlüsse unter der Mittelarmlehne. Zwei weitere optional erhältliche USB‑C-Anschlüsse sind im Fond integriert.